Suchtserie und genialer Komponist

shield

Ich bin – gerade was Filme und Serien betrifft – nicht immer der „early Adopter“ und so kommt es, dass ich der Serie „Agents of S.H.I.E.L.D.“ von Marvel erst kürzlich eine Chance gegeben habe. Erst ließ ich mich widerwillig von meiner Frau überreden, weil mich das Konzept nicht so recht überzeugen wollte. Die ersten Folgen waren dann auch genau das, was ich befürchtete: Weichgespült und teilweise zu flapsig (gerade die Wissenschaftler Fitz und Simmons).

Aber: Offenbar hat wer meine Kritik gehört und noch im ersten Viertel begann meine Sucht, die mich mittlerweile auf das Erscheinen von Staffel 3 hierzulande fiebern lässt und die vergangenen Abende in Episoden-Sessions verwandelt hat. Die Macher, rund um Produzenten Joss Whedon, haben es geschafft, den richtigen Mix zwischen Humor, Ernsthaftigkeit und einem spannenden Plot herzustellen – danke dafür.

Jedem Fan von Marvel und der Marvel-Filme kann ich diese Serie also nur ans Herz legen. Die Verbindungen die zwischen den Kino-Filmen und der Serie hergestellt werden, machen einfach Spaß und überhaupt mochte ich den Charakter des Phil Coulson bereits bei den Avengers schon sehr und um ihn und sein Team geht es bei den Agents of S.H.I.E.L.D. schließlich.

Allerdings: Trotz meiner Begeisterung bin nicht frei von Kritik an einigen Aspekten der Ereignisse. Zum Beispiel gibt es einige Szenen, in denen das Thema Folter m.E. zu selbstverständlich bzw. als geeignetes Mittel behandelt wird. Auch kam es vor, dass an sich unbeteiligten Wachleuten plötzlich mit tödlicher Gewalt begegnet wurde, nachdem man einer der Agents während seiner Mission enttarnt wurde und aus der Anlage wollte. Klar kann man sowas zeigen, aber das sollte dann auch moralische Konsequenzen ziehen … tat es jedoch nicht. Es wurde einfach so getan, als sei nichts Schlimmes geschehen.

Während dessen wird eine Stimmung des Missvertrauens erzeugt, die es einem zunehmend schwer macht, das Tun und Handeln der verschiedenen Charaktere einzuordnen. Ist Person A heute noch gut, ist sie morgen der Erzfeind und übermorgen haben sich wieder alle lieb. Das war zu Beginn noch alles sehr spannend und ich mag es ja, überrascht zu werden, allerdings setzt sich diese Art von Achterbahnfahrt auch in Staffel 2 fort, so dass man praktisch niemanden mehr so wirklich trauen mag und die Überraschung irgendwann keine mehr ist. Wenn wieder mal jemand „aus der Reihe tanzt“ und sich gegen das Team stellt, wirkt es dadurch manchmal zu generisch und man denkt sich „klar, irgendwas musste ja jetzt noch passieren“.

Aber versteht mich nicht falsch. Trotzdem kann man irgendwann nicht mehr aufhören zu gucken 🙂 Die ganze Serie ist – das mag man negativ sehen können, ich find es gut – ein einziger Cliffhanger. In jeder Folge passiert etwas, dass einen aus der Bahn wirft und bei dem man denkt „was zum Geier?!“. Will man wissen, wie sich das dann weiter auflöst, muss man die nächste Folge sehen. Zum Glück gibt es davon noch einige… Während Staffel 1 und 2 zur Zeit komplett bei Amazon Prime zu sehen sind, ist auch Staffel 3 mittlerweile in Deutschland angekommen und Staffel 4 läuft in den USA. Traut man den Bewertungen bei IMDB, scheint es auch keinen Einbruch in der Qualität zu geben. Die meisten Folgen liegen bei über 8,0 und manche kratzen bereits an der 10.

Hier ein Trailer zur ersten Staffel, für all jene die die Serie noch gar nicht kennen:

Kann es kaum erwarten, mit Staffel 3 zu beginnen… Das Ende von Staffel 2 lässt mir jedenfalls keine Ruhe mehr! 🙂

Was mich ebenfalls sehr begeistert und hier nun die Überleitung zum zweiten Teil des Titels herstellen soll: Die Musik vom genialen Bear McCreary. Ich liebte bereits seine Arbeit an der Neuauflage von Battlestar Galactica und wurde darüber auch auf ihn aufmerksam. Zu Agents of S.H.I.E.L.D. nun, steuert er ebenfalls einen Score bei, den man tagelang rauf- und runterhören kann. Er verpackt einfach soviel Emotion in seine Musik und vermag es immer wieder zu experimentieren, so dass man immer irgendwie gefesselt ist.

Jedenfalls bewegte mich der vergangene Serien-Marathon auch zu einer kleinen Recherche zu McCreary’s neuesten Werken und der Herr war wieder mal nicht untätig. Nachfolgend möchte ich Euch ein paar Highlights dieser Suche zusammentragen. Viel Spaß damit und ein Dank an meine Frau, die meine Begeisterung abermals beflügelt hat 🙂

Update: Link zum Soundtrack bei Amazon

Rogue One – A Star Wars Story Trailer

Nachdem mir Star Wars Episode VII schon sehr gut gefallen hat und ich mich freue, dass der Film demnächst auch ins heimische Wohnzimmer Einzug halten wird, stolperte ich beim Warten auf einen neuen Trailer zu Star Trek Beyond auf den ersten Appetithappen zu „Rogue One – A Star Wars Story“.

Ich will es kurz machen: Alter Falter! 🙂

Der Marsianer Special Edition (aka Director’s Cut)

marsianer_dc

Ich wusste es! Das schöne (oder traurige) am Marketing ist, dass es mittlerweile ja sowas von vorhersehbar geworden ist. Als Ridley Scott noch 2015 von einer verlängerten Fassung der tollen Verfilmung von Andy Weir’s Buch sprach, hatte ich noch die Hoffnung, dass der Director’s Cut bereits zum offiziellen Verkaufsstart der regulären Blu-Ray erhältlich sein würde.

Aber: Nix.
Gleichzeitig wurde sich auch totgeschwiegen und eine verlängerte Version wurde praktisch gar nicht mehr erwähnt.

Nun – da ich auch das Buch zu „The Martian“ gelesen habe und mir ein paar Szenen fehlten (ich weiß, der Film war schon lang, aber ich fand ihn klasse und habe gerne mehr davon) – ich will in jedem Fall den Director’s Cut und habe mich bislang geweigert die „normale“ Fassung zu kaufen (zwingt einen ja zum Glück auch keiner ;)). Jetzt lese ich, zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber recht wahrscheinlich, dass es bereits im Juni diesen Jahres soweit sein könnte und Mark Wattney seine verdiente Zugabe erhält (Quelle: Schnittberichte).

Wer den Director’s Cut zu „Kingdom of Heaven“ (Königreich der Himmel) von Scott kennt, der weiß, dass hier großartiges passieren kann! Ich freu mir jedenfalls nen Kullerkeks! 🙂

Jason Bourne kommt zurück :o)

Ich weiß schon seit längerem, dass Greengrass&Damon an einem weiteren Bourne-Film arbeiten… jetzt endlich gibt es den ersten Teaser-Trailer … ich bin gespannt auf den Film und hoffe er kann mit den drei vorangegangenen mithalten bzw. diese übertreffen… „The Bourne Legacy“ war in jedem Fall ein Griff ins Klo…

Lightsaber Escape

Wow … da wollte ich mich doch glatt die letzten Tage vor der Star Wars Premiere aus dem Internet wegsperren, um ja nicht gespoilert zu werden … aber hierfür habe ich dann doch eine Ausnahme gemacht!

https://lightsaber.withgoogle.com/experience

lightsaber

Die Tüftler bei Google haben mal eben ein Webspiel (Chrome-only) entwickelt, bei dem Ihr als Jedi aus den Fängen des Imperiums flüchten müsst. Das ganze natürlich stilecht mit einem Lichtschwert. Soweit so gut werdet Ihr denken. Die Besonderheit ist jedoch, dass man seine Waffe mit dem Smartphone steuert, während auf dem Display des Rechners die Handlung ihren Lauf nimmt.

Ich will nicht behaupten, dass die Steuerung der wohl ge**sten Filmwaffe der Welt immer ganz sauber ist. Aber – sie ist erstaunlich gut gelungen.

So schwingen nun die Kollegen und ich unsere Telefone vor unseren Laptops und sind plötzlich wieder 12 Jahre alt 🙂

Möge die Macht mit uns sein – vor allem wenn am 17ten Ausnahmezustand herrschen wird 😉

Der Marsianer

68436-marsianer-rettet-mark-watney-74051

Ok, es ist ein paar Tage her, aber ich habe endlich den „Marsianer“ – gespielt von Matt Damon – gesehen. Was für ein (toller) Film!

Wer die Story noch nicht kennt: Astronaut Mark Watney wird auf einer Mars-Mission fälschlich für tot gehalten und während die restliche Crew die Basis auf dem roten Planeten evakuiert, beginnt für Watney der Kampf ums Überleben.

Das mag auf den ersten Blick wie Robinson Crusoe im All klingen … ist es zu teilen auch, aber schon das Buch von Andy Weir ist mit so viel Witz, Spannung und wissenschaftlichem Sachverstand geschrieben, dass sich das sehen unbedingt lohnt (das lesen natürlich noch mehr).

Ridley Scott bleibt der Roman-Vorlage zum Glück überwiegend treu und so bin ich grundsätzlich happy. Aber: Ich glaube ich werde noch glücklicher sein, falls/wenn Scott einen Extended Cut heraus bringt, den er im Grunde schon angekündigt hat:

Warum? Nun, dem sorgfältigen Leser wird aufgefallen sein, dass ich „toller“ oben in Klammern gesetzt habe. Das hat den Grund, dass ich vor allem eines was das Buch für mich großartig machte, im Kino vermisste. Das Gefühl von „sch***e – der muss da draußen Monate und Jahre überbrücken!“. In der – immerhin – 2 Std. und 24 Minuten langen Originalfassung kommt für mich dieses Gefühl leider nicht ganz so deutlich rüber. Es gibt zwar immer wieder Einblendungen, die eine zeitliche Einordnung ermöglichen, aber das ändert nichts daran, dass manche Passagen die einem im Buch wirklich ein Gefühl von „der muss jetzt 50 Tage dies und jenes tun“ vermittelten, jetzt im Film wie „ich mach das mal eben schnell nach dem Frühstück“ wirken.

Alle, die das Buch nicht gelesen hatten und die ich gefragt hatte, kam das nicht so vor. Aber alle Buch-Leser hegen vermutlich die selbe Hoffnung wie ich auf eine verlängerte Version. Das Scott hier nochmal deutlich mehr aus einem Film herausholen kann, hat er in meinen Augen ja schon mit Königreich der Himmel bewiesen.

Ich kann nur hoffen das er auch was am Ende dreht … ich will nicht spoilern. Es funktioniert. Es ist nicht „deutlich“ anders als im Buch, aber es ist anderes und ich fand das Buch-Ende etwas … sagen wir … „authentischer“ oder weniger „hollywoodig“.

Ich bin in jedem Fall gespannt und freue mich schon auf den heimischen Kinoabend mit Freunden und Kollegen … der Streifen macht einfach Spaß. Am 18. Februar 2016 soll der Kinofilm als Kaufversion in den Regalen stehen … ob zeitgleich auch die erweiterte Fassung erscheint, weiß ich nicht… bezweifle es aber leider… „Warum nicht zweimal bei den Leuten abkassieren?!“.

Was man wohl unter anderem erwarten kann, sind Szenen wie diese… Herrlich 😛

Woran man sich – unabhängig vom Film – jetzt schon erfreuen kann: Der Soundtrack. Harry Gregson-Williams hat nicht alles, aber einiges anders gemacht, als in seinen bisherigen Werken. Ich mag vor allem „Emergency Launch“ und „See you In a Few“… schöne Musik 🙂

Wer mal reinhören und ggf. kaufen will: Hier der Link zu Amazon